Viel Europa für einen einzigen Punkt
Mit der One Point Challenge Tour haben wir bei PadelCity eine Idee auf Reisen geschickt, die sich schnell erklären lässt und erstaunlich lange nachwirkt. Nach sechs Stopps in fünf Ländern fiebern wir den OPCT World Finals in München entgegen. Und denken auch schon längst darüber hinaus.
Für gewöhnlich lässt einem der Sport ein wenig Zeit. Zeit, ins Spiel zu finden, die Gegner zu lesen und festzustellen, dass der Plan aus der Umkleide auf dem Court gewisse Schwächen hat. Ein misslungener Auftakt ist ärgerlich, aber reparabel.Bei der One Point Challenge wäre das bereits das Aus.
Die Idee hinter unserem Format ist ebenso einfach wie folgenreich: Zwei Teams betreten den Padel-Court und spielen einen einzigen Punkt. Wer ihn gewinnt, kommt weiter. Wer ihn verliert, scheidet aus. Runde für Runde führt der Weg so durch das Turnier. Die One Point Challenge Tour, kurz OPCT, bringt dieses Prinzip an verschiedene Austragungsorte und die erfolgreichen Teams schließlich zu den World Finals.
Wir haben uns gefragt, was passiert, wenn man ein ganzes Match auf seinen entscheidenden Moment verdichtet. Inzwischen wissen wir: Der Spielstand wird übersichtlicher. Das Gefühlsleben eher weniger.
Der Matchball hat es eilig.
Bei der OPC beginnt jedes Match dort, wo andere ihren dramatischen Höhepunkt erreichen. Schon vor dem ersten Aufschlag ist klar, dass dieser Ballwechsel alles entscheidet. Auch ein zweiter Aufschlag ist nicht vorgesehen. Wer sonst gern erst einmal sicher ins Match findet, sollte diesen Vorgang vorsichtshalber beim Einspielen abschließen.
Das verändert etwas. Plötzlich bekommt jede Entscheidung Gewicht: mutig ans Netz oder lieber absichern? Den schwierigen Ball riskieren oder auf den Fehler gegenüber warten? Und warum fühlt sich der Schläger, mit dem man eben noch so selbstverständlich gespielt hat, auf einmal wie eine verantwortungsvolle Anschaffung an?
Amateure und Profis stehen im selben Teilnehmerfeld. Erfahrung und Können bleiben wertvoll, doch auf einem einzigen Punkt lässt sich kein Favorit bequem einrichten. Auch das vermeintlich unterlegene Team muss zunächst nur diesen einen Ballwechsel gewinnen. Eine Überraschung ist damit jederzeit möglich. Genau diese Aussicht macht aus Respekt vor großen Namen gelegentlich einen ziemlich brauchbaren Return.
Für die Zuschauerinnen und Zuschauer funktioniert das unmittelbar. Niemand muss nachfragen, wie es steht. Niemand braucht einen Grundkurs in Turnierarithmetik. Sobald der Ball im Spiel ist, weiß jeder, was auf dem Spiel steht.
Mit diesem Gedanken sind wir 2026 durch Europa gereist: Regensburg, Amsterdam, Dortmund, Mallorca, Paris und zuletzt Solothurn. Sechs Tourstopps in fünf Ländern. Für ein Format, das auf dem Court ausgesprochen kurz angebunden ist, eine beachtliche Reiseroute. Jeder Standort hat der OPCT seinen eigenen Charakter gegeben. Andere Courts, neue Teams, neue Begegnungen und Menschen, die ihre Favoriten mitbringen oder sie innerhalb weniger Sekunden finden. Gemeinsam mit unseren Gastgebern und Partnern, darunter Peakz Padel, Padel FC, UrbanPadel und Padelta, konnten wir die Tour weit über unsere eigenen Anlagen hinausbringen.
Dabei geht es uns um das, was Padel so zugänglich macht: Man kommt schnell ins Spiel und ebenso schnell miteinander ins Gespräch. Die OPCT überträgt diese Offenheit auf ein Turnierformat. Wer selbst antritt, kann sich mit unterschiedlichsten Gegnern messen. Wer zuschaut, ist sofort in der Geschichte.
Eine gute Idee braucht zunächst nicht viel. Einen Gedanken, ein Gespräch und jemanden, der sagt: Das machen wir. Danach wird die Angelegenheit umfangreicher.
Plötzlich braucht sie Gastgeber, Termine, Teams, Partner, Technik und eine Produktion. Menschen müssen anreisen, Signale ankommen und Abläufe ineinandergreifen. Ein Format, das sich in zwei Sätzen erklären lässt, füllt hinter den Kulissen mühelos mehrere Kalender.
Gerade deshalb sind wir bei PadelCity stolz auf diese Tour. Wir wissen, wie viel gemeinsame Arbeit darin steckt. Aus einer Spielidee ist ein internationales Format geworden, für das Menschen trainieren, anreisen und mitfiebern. Vor Ort am Court und zu Hause im Livestream. Daran haben viele ihren Anteil: unsere Gastgeber und Partner, die Teams vor und hinter den Kameras und alle, die mitspielen, zuschauen oder ihre Freunde mitbringen. Sie haben der OPCT Leben gegeben.
Für uns zeigt diese Reise, wie viel sich mit Padel bewegen lässt. Der Sport bringt Menschen zusammen, die sich sonst womöglich nie begegnet wären. Und gelegentlich stehen sie dann gemeinsam am Court und diskutieren über einen Ball, dessen Flugbahn ihnen noch Tage später präzise in Erinnerung ist.
Bevor die Tour nach München führt, wartet am 5. Dezember noch Innsbruck. Am 19. Dezember 2026 laufen dann die Wege bei den OPCT World Finals im Dampfdom zusammen. Es geht um 100.000 Euro Preisgeld. Eine Summe, bei der sich der gute Vorsatz, ganz locker zu bleiben, einem gewissen Praxistest stellen muss.
Wir fiebern diesem Tag schon jetzt entgegen. Weil wir Teams und Wegbegleiter wiedersehen werden. Weil wir die OPCT gemeinsam mit unseren Partnern auf diese Bühne bringen können. Und weil wir uns einen Dampfdom wünschen, in dem möglichst viele Menschen erleben, was uns seit Monaten begeistert.
Natürlich wird bis dahin weiter geplant, organisiert und abgestimmt. Vorfreude ersetzt keine Produktionsbesprechung. Aber zwischen all den Aufgaben ist das Bild da: gespannte Gesichter am Court, ein Team auf jeder Seite und dieser kurze Moment vor dem Aufschlag, in dem noch jede Geschichte möglich ist.
Mit München endet die diesjährige Tour. Unsere Pläne reichen aber schon ins nächste Jahr: Für 2027 sind acht nationale Turniere und ein World Final vorgesehen. Auf der geplanten Tourkarte stehen Fürth, Köln und Hamburg ebenso wie Innsbruck, Solothurn, Paris und Mallorca. Auch Polen soll dazukommen.
Wir möchten die OPCT weiterentwickeln und ihre Turniertage noch enger durch Livestreams, Creator und Geschichten rund um die Teams verbinden. Die Begeisterung muss nicht am Ausgang der Anlage enden. Sie kann im Stream beginnen, mit einem Clip weiterwandern und irgendwann dazu führen, dass jemand zum ersten Mal selbst einen Court bucht.
Darin liegt für uns eine große Chance: Menschen für Padel zu gewinnen, die bisher noch gar nicht wussten, dass sie sich für einen fremden Return derart interessieren können.
Dass wir mit PadelCity diese Tour auf den Weg gebracht haben, macht uns stolz. Wohin sie uns noch führt, darauf sind wir neugierig.
Zunächst allerdings haben wir eine ziemlich konkrete Verabredung.
Am 19. Dezember im Dampfdom in München zum OPCT World Final. See you there!



